AfA Bundeskonferenz 2026 in Duisburg
Der AfA Bundeskongress am 18. und 19. April in Duisburg war für mich in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Ereignis. Nach längeren Bemühungen ist es uns gelungen, als erste Arbeitsgemeinschaft der SPD wieder außerhalb Berlins zu tagen. Allein dieser Schritt war ein wichtiges Signal, näher an die Lebens- und Arbeitsrealität der Menschen in den Regionen zu rücken.
Ich selbst bin bereits am Freitag nach Duisburg gereist, um an den letzten Beratungen im Bundesvorstand teilzunehmen. Parallel dazu hatte eine Delegation die Gelegenheit, das Stahlwerk von ThyssenKrupp zu besichtigen. Die Eindrücke dieser Führung waren prägend. Die Kolleginnen und Kollegen konnten sich unmittelbar ein Bild davon machen, wie anspruchsvoll, körperlich belastend und zugleich unverzichtbar industrielle Arbeit in unserem Land ist. Gerade mit Blick auf unser Motto „Stahl ist Zukunft“ wurde einmal mehr deutlich, dass wir gute Industriearbeitsplätze sichern und stärken müssen.

Am Samstag startete dann die Bundeskonferenz. Während auf dem Podium zentrale arbeitsmarkt- und sozialpolitische Fragen diskutiert wurden, war ich in der Antragsberatung für Sachsen-Anhalt eingebunden. Dort wurde intensiv und konstruktiv um Positionen gerungen, immer mit dem Ziel, konkrete Verbesserungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erreichen.
Ein zentraler Punkt des Kongresses war die Wahl des neuen Bundesvorstandes. An der Spitze steht wieder Cansel Kiziltepe als Bundesvorsitzende. Zu ihren Stellvertreterinnen und Stellvertretern wurden Ronja Endres, Matthias Disterheft, Erik von Malottki, Nils Diesel und Peter Müller gewählt. Komplettiert wird der 16-köpfige Vorstand durch Maren Wolter, Katharina Räth, Daniel Menning, Andreas Trägler, Benjamin Heinrichs, Daniel Sauerbeck, Maria Sofia Hämmerling, Matthias Görner, Denise Federspiel und Almut Auerbach als Beisitzerinnen und Beisitzer. Damit ist das Team breit aufgestellt und vereint Erfahrungen aus unterschiedlichen Regionen und Bereichen der Arbeitswelt.

Inhaltlich war die Konferenz stark von der Antragsberatung geprägt. Dabei wurden wichtige und klare Beschlüsse gefasst. Für mich besonders bedeutend sind die eindeutige Festhaltung am 8-Stunden-Tag und der 40-Stunden-Woche, die Ablehnung weiterer Änderungen am Teilzeit- und Befristungsgesetz sowie die klare Stärkung von Tarifverträgen. Ebenso wichtig ist die Position, keine Ausnahmen im Bundestariftreuegesetz zuzulassen.
Darüber hinaus haben wir uns für Bildungsurlaub für alle Beschäftigten in Deutschland ausgesprochen sowie für bezahlbares Wohnen, bis hin zu einem Mietendeckel. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Forderung nach längeren Bezugszeiten beim Arbeitslosengeld I für Menschen über 50 Jahre. Diese Beschlüsse zeigen deutlich, worum es uns geht: um Respekt, Sicherheit und gute Perspektiven für die arbeitende Bevölkerung.
Die Konferenz hat auch politisch Klartext gesprochen. In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder abwertende Äußerungen über angeblich „faule Arbeitnehmer“ oder „Sozialschmarotzer“ gehört. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Wer täglich arbeitet, wer sich einbringt und unsere Gesellschaft trägt, verdient Respekt und keine pauschale Abwertung.
Für mich wurde in Duisburg erneut deutlich, dass es vor allem die AfA und die Gewerkschaften sind, die konsequent an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen. Unsere Beschlüsse sind klar und umsetzbar. Jetzt kommt es darauf an, dass sie auch in konkrete Politik übersetzt werden.
Dazu gehört aus meiner Sicht auch eine klare personelle und politische Aufstellung der SPD. Die Delegierten haben deutlich gemacht, dass wir in der aktuellen Situation mindestens eine Parteivorsitzende oder einen Parteivorsitzenden brauchen, der nicht gleichzeitig Minister in einer von der CDU geführten Bundesregierung ist. Nur so können unsere Forderungen glaubwürdig vertreten und durchgesetzt werden.
Der Bundeskongress in Duisburg hat gezeigt, wie viel Engagement, Fachlichkeit und Leidenschaft in der AfA steckt. Für mich war es ein intensives und motivierendes Wochenende, das einmal mehr bestätigt hat, wofür wir stehen: für gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine starke Stimme der Beschäftigten in der Politik.

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